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16.04.2010 / Vorschau Weltcupfinale Springen in Genf

„Alle können vorne rein reiten”

 

Genf/SUI (fn-press/dpa). Vier deutsche Springreiter haben sich für das Weltcupfinale vom 14. bis 18. April in Genf qualifiziert. Damit tritt Deutschland mit dem kleinsten Aufgebot seit 13 Jahren an. Das Finale geht über vier Teilprüfungen. Die ersten beiden Prüfungen am Donnerstag und Freitag sind ein Zeitspringen und ein Springen mit Stechen. Steht der Sieger nach zwei Umläufen am Sonntag noch nicht fest, folgt ein weiteres Stechen.

 

Mit dabei ist Marco Kutscher (Riesenbeck), der bereits vier Mal bei einem Weltcupfinale am Start war, zuletzt im vergangenen Jahr in Las Vegas mit Cornet Obolensky. In Genf reitet er seinen 14-jährigen Holsteiner-Wallach Cash. Der 34-Jährige beendete die Westeuropaliga mit 81 Punkten als bester Deutscher.

 

Ludger Beerbaum (Riesenbeck) startet im Finale mit der neunjährigen Hannoveraner Stute Gotha. Die Qualifikation in der Westeuropaliga beendete er mit 67 Punkten auf dem siebten Platz. Bereits 17 Mal stand Beerbaum im Finale der wichtigsten Springserie der Hallensaison. Ein Sieg gelang ihm zuletzt 1993 in Göteborg. Beim Finale im vergangenen Jahr in Las Vegas belegte er mit Coupe de Coeur Platz sechs.

 

Dritter Reiter aus dem Stall Beerbaum ist Philipp Weishaupt (Riesenbeck), der zum ersten Mal im Finale des Weltcups reitet. Der 24-Jährige ist Mitglied der Perspektivgruppe Springen und amtierender Deutscher Meister. Philipp Weishaupt reitet im Weltcup-Finale den zwölfjährigen Holsteiner-Hengst Catoki. Mit 57 Punkten nach den Qualifikationen belegte er den elften Platz in der Westeuropaliga.

 

Marcus Ehning (Borken) sattelt im Gegensatz zu seinen Kollegen zwei Pferde: den 13-jährigen KWPN-Hengst Plot Blue und die 13-jährige Bayern-Stute Noltes Küchengirl. Die schnelle Stute soll im Zeitspringen am Donnerstag für eine gute Ausgangsposition sorgen, am Freitag und bei den beiden Abschlussrunden am Sonntag setzt er auf den sprungstarken Plot Blue. Für den 35-Jährigen steht die neunte Finalteilnahme an. In der Weltcupqualifikation belegte er mit 74 Punkten Platz fünf in der Westeuropaliga. Ehning war bereits 2003 in Las Vegas mit Anka und 2006 in Kuala Lumpur mit Sandro Boy siegreich. Im vergangenen Jahr kam er mit Leconte auf Platz zehn beim Finale in Las Vegas. „Ihm traue ich es im Moment am ehesten zu“, sagte Becker über die Siegchancen des zweimaligen Weltcup-Gewinners. „Er hat einen Lauf.“ Zuletzt gewann Ehning die Großen Preise von Dortmund und Paris.

 

Insgesamt zeigte sich der Bundestrainer unmittelbar vor dem Auftaktspringen bei der „Hallenweltmeisterschaft“ optimistisch. „Alle können vorne rein reiten und sind gut in Schuss.“ Auf Titelverteidigerin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) muss Becker allerdings verzichten. Die Weltcup-Gewinnerin von 2008 und 2009 fühlt sich nach der Geburt ihrer Tochter Ende Februar noch nicht fit genug. „Ich hatte sehr gehofft, starten zu können. Aber es ist einfach noch zu früh für den Versuch einer Titelverteidigung in so einem Top-Starterfeld“, sagte Meredith Michaels-Beerbaum. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen.“                                                                                                                   dp/dpa

 

Weitere Informationen im Internet unter www.pferd-aktuell.de, www.worldcupgeneva.com und www.fei.org

 



Quelle: FN